Gesunde und vitale Pädagogen

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Ein guter pädagogischer Alltag funktioniert – dazu braucht es gesunde und vitale Pädagogen!

In den meisten Einrichtungen ist die aktuelle Personalsituation angespannt. Oder? Stellt diese Sachlage wirklich ein Problem dar? Seit vielen Jahren beobachte ich diese Verhältnisse. Es beschäftigt mich extrem.

In meiner Tätigkeit als Erzieherin erlebte ich oft diese Situation:

  • Kannst du länger bleiben?
  • Kannst du morgen den Frühdienst übernehmen, weil … ?
  • usw.

Wie kann an dieser Stelle unterstützt werden? Möglichst durch direkte und schnellstmögliche, umsetzbare und ganz gezielte Maßnahmen! Nun ist jeder einzelne Pädagoge für sich selbst verantwortlich.

Welchen Einfluss hat jeder Kollege und jede Kollegin wirklich und an welcher Stelle?

Haben wir einen akuten Fachkräftemangel?

Warum ist dieser aktuelle Fachkräftemangel? Warum fehlen so viele Erzieher*innen und Lehrer*innen? Woran liegt das? Jeder von uns hat die Möglichkeiten einzugreifen:

      • in die Politik,

      • in die gesellschaftlichen Umstände!

    Doch das ist hier nicht unser Thema. Was können wir also wirklich selbst tagtäglich beeinflussen? Wir sehen uns die aktuelle Situation einmal an:

        • Krankentage steigen (aktuell laut GEW: Zunahme von mehr als 40%)

        • Immer jüngere Kinder sind angemeldet und die Kinder bleiben oftmals längere Zeit am Tag in der Kita

        • Personalschlüssel?

        • Unbesetzte Stellen

        • Hohe Arbeitsbelastung

        • Stress

        • Fehlende Mitarbeiter*innen (durch Krankentage, Urlaub, Abbau von Überstunden, Fortbildungen …)

        • Lärm

        • Zeitdruck

        • Körperliche Belastungen

      Folge:

          • Erzieher sind häufiger krank als andere Beschäftigte und haben längere Krankschreibungen

          • Rückenprobleme

          • Frustessen

          • Infektionskrankheiten

          • Psychischer Beeinträchtigungen und Probleme -Depressionen

          • Atemwegs-sowie Muskelerkrankungen

          • Überforderung

          • Burnout

          • Gravierende Dauermüdigkeit

          • Antriebslosigkeit

         

        Viele Krankentage und Fehlzeiten fördern eine Dysbalance im pädagogischen Tagesablauf.

        Alltag

            • Kranke Pädagogen – ob sie fehlen oder nicht

            • Auswirkungen auf die Qualität der Betreuung,

            • Zufriedenheit der Kinder

            • Vereinbarkeit von Familie und Beruf

            • Einrichtung muss Ersatzpersonal finden

            • Gruppen werden zusammengelegt,

            • Unterricht fällt aus

            • Kinder müssen sich an neue Bezugspersonen gewöhnen

            • Eltern müssen sich um Alternativen kümmern und/oder den eigenen Beruf vernachlässigen

           

          Durch kranke und fehlende Pädagogen ist es schwierig die Bedürfnisse der Kinder aufrechtzuerhalten.

          Hier setzt ein neuer Prozess ein: Gesunde und vitale Pädagogen

              • An dieser Stelle kann jeder für sich viel tun!

              • Wir zeigen Wege zu mehr Wohlbefinden, mehr Eigenenergie und letztendlich zu mehr Motivation und auch zu mehr Selbstwert durch Anerkennung der geleisteten Arbeit.

              • Spaß und Motivation im eigenen Wohlfühlen

              • Wir fördern der Eigenverantwortung 

              • Mehr eigenes Wohlbefinden jedes einzelnen Pädagogen bringt eine wachsende und gute Mitarbeiterbindung, Engagement und Teamgeist.

              • Durch mehr innerer Balance kann oft eine Belastungssituation vermieden werden.

              • Es ist wichtig, dass Pädagogen sehr auf ihre Gesundheit achten, um eine qualitativ hochwertige Betreuung und Bildung bieten zu können.

             

            Erzieher und Pädagogen sollten fit sein.

            Hier möchte ich zwei Beispiele aus der Praxis einflechten:

            Ein Kitaleiter erzählte mir vor kurzem, dass er, wie so viele andere Kitas stark unter Personalmangel leidet. Viele kranke Erzieherinnen und dadurch müssen sie ihre Einrichtung schon statt um 18:00 Uhr und 17:00 Uhr oder sogar um 16:30 Uhr bereits schließen und haben „Gastkinder“ in den Gruppen! Kennen Sie das vielleicht sogar?

            Was ist jetzt die Folge:

              • Irritation der Kinder
              • Vielleicht Weinen bei den Kleinen und Stresssituation im Team unter den Kollegen selbst
              • total unzufriedene Eltern

              Der Kitaleiter meinte um einen relativ geregelten Tagesablauf aufrecht erhalten zu können muss er so handeln.

              Ein anderes Beispiel:

              Ein Kitaleitung berichtete mir, dass sie bei der Stellenausschreibung eine Anwärterin bei sich hatte. Diese Erzieherin wog ca. 150 kg. Sie erzählte mir, dass sie diese Dame trotz fachlicher Kompetenz abgelehnt hat. Im ersten Moment war ich völlig erstaunt. Die Leiterin erklärte mir ihre Entscheidung: Vorbildfunktion! Eigene gesundheitliche Orientierung! Mitmachen mit den Kleinen bei sportlicher Betätigung! Eigene Herausforderungen im Tagesablauf – wie das Zubinden der Schnürschuhe. Die eigenen körperlichen Herausforderungen der Erzieherin erzeugen mit hoher Wahrscheinlichkeit Krankentage. Da spielt ihr Engagement eine 2. Rolle!

              Nun die Situation aus Sicht der Erzieherin betrachtet: Enttäuschung, Traurigkeit, vielleicht auch Frust und Zweifel am Selbstwert?

              Wo setzen wir an?

               

              Wo beginnt ein anderes Denken?

              Was können wir selbst tun, um gesunde und vitale Pädagogen zu sein – damit es uns gut geht und wir mit eigener Verantwortung voll im Leben stehen? Ich war überzeugt! Nicht nur das- Ich fühlte mich getroffen und voll erwischt! Aus meiner eigenen Vergangenheit war ich so angesprochen! Das ging mir sehr nah! Ich fühlte mich ertappt, erwischt und feist!

                • Wie fühlte ich mich selbst damals mit 125 Kg?
                • Wie war meine Tätigkeit im Tagesablauf bei den Kleinen?
                • Wie erlebte ich diese körperliche Belastung?

                Es war HOCHLEISTUNGSSPORT!

                Ich erinnerte mich…. Mit tiefster Erkenntnis! Hätte ich denn damals diese Entscheidung einer Kita-Leitung für mich akzeptiert und verstanden? Damals musste für mich eine Veränderung her! Meine Eigenverantwortung hatte ich nun sehr schnell entdeckt! Nur ICH konnte meine Situation ändern!

                Um aktiv und engagiert in meiner Erzieherrolle gesundheitlich fit zu sein und mit meiner ganzen Kraft und Motivation im Alltag belastbar sein, dachte ich für mich selbst um! Natürlich auch um mich wohler zu fühlen und eigene Risiken der Gefährdung meines Gesundheitszustandes entgegenzuwirken.

                Mit den Informationen in meinen Workshops und Veranstaltungen haben Pädagogen die Möglichkeit ganz gezielt in sich zu gehen, sich selbst zu reflektieren und auf die eigene Gesundheit zu achten. Hier geht es um jeden Einzelnen! Sie erkennen hier die eigene Verantwortung zu sich selbst und zu ihrem Körper!

                 

                Viele Arbeitgeber tun nun schon einiges für gesunde und vitale Pädagogen:

                    • Yoga

                    • Massagen

                    • Massageliegen

                    • Bewegungstherapeuten

                    • ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, höhenverstellbare Möbel

                    • rückenschonende Wickeltische

                    • Entspannungsräume zum Zurückziehen

                    • Strikte Einhaltung der Pause

                    • Arbeit in der Kita -nicht Aufgaben mit nach Hause nehmen

                    • Vorbereitungszeiten fest einbauen

                    • Positives Arbeitsklima schaffen

                    • gute Kommunikation im Team gewährleisten

                    • Gesunde Organisationskultur….

                  Das fördert die Motivation und die Zufriedenheit der Erzieher*innen und ist ein effektiver Schritt zu einer guten Mitarbeiterbindung. Doch reicht das aus? Wir brauchen auch eine gesunde Lebensweise in Form von einer ausgewogenen Ernährung mit ausreichender Bewegung!

                   

                  Was ist eine gesunde Lebensweise?

                  Eine große Rolle spielt neben Bewegung, ausreichend Schlaf und Entspannung, die Ernährung. Das bedeutet, dem eigenen Körper gezielt und bewusst die Nährstoffe zuzuführen, dass eine eigene innere Balance entsteht. Unsere Ernährung ist ein völlig unterschätztes aber wertvolles Mittel um den eigenen Körper in der Balance zu halten oder / und ihn in diese Waage zu führen und zu begleiten!!

                  Starke und vitale Erzieherinnen und Erzieher braucht es in den Einrichtungen, doch was brauchen wir um fit zu sein? Und was fördert die eigene Vitalität nun genau?

                  1. Ausreichend Schlaf
                  2. Pausen und Erholungszeiten
                  3. Soziale Unterstützung
                  4. Anerkennung und Wertschätzung
                  5. Stressbewältigungstechniken
                  6. Work-Life-Balance
                  7. Ausgewogene Ernährung

                   

                  Was verstehen wir unter einer ausgewogenen Ernährung?

                  Um Energie zu gewinnen, Zellen zu reparieren und Krankheiten vorzubeugen, benötigt der Körper alle lebensnotwendigen Nährstoffe. Fehlen wichtige Nährstoffe zeigt uns das unser Körper durch Mangelerscheinungen Müdigkeit und langfristige Gesundheitsproblemen.

                  Wir sollten auf eine vielfältige Ernährung achten mit ausreichend Obst, Gemüse (5-7 Portionen), Vollkornprodukten und Proteinquellen, um unsere Vitalität tagtäglich zu erhalten!

                   

                  Wie beeinflusst eine Mangelernährung unsere Vitalität?

                  Hier sind einige Beispiele:

                  1. Energiemangel: Wenn die Ernährung nicht genügend Kalorien liefert, kann dies zu allgemeiner Schwäche, Müdigkeit und reduzierter Vitalität führen.
                  2. Proteinmangel: Ein Mangel an Proteinen kann Muskelschwund und eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit verursachen.
                  3. Vitamin- und Mineralstoffmangel: Ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen, wie Eisen, Vitamin D oder Vitamin B12, kann zu Anämie, Schwäche, Müdigkeit und einer verringerten Immunfunktion führen.
                  4. Fettmangel: Essenzielle Fettsäuren sind wichtig für die Energieproduktion und die Gehirnfunktion. Ein Mangel kann die Vitalität beeinträchtigen.
                  5. Mangel an Antioxidantien: Antioxidantien, die in Obst und Gemüse vorkommen, können die Zellen vor Schäden schützen. Fehlt dieser Schutz, kann die Vitalität beeinträchtigt sein.

                  Insgesamt kann Mangelernährung zu einem Gefühl der Erschöpfung, geringerer körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit und einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten führen. Eine ausgewogene Ernährung ist daher entscheidend, um die Vitalität zu erhalten.

                  Wir müssen alle essen! Auch wenn wir abnehmen wollen! Nur das Richtige im optimalen Verhältnis!

                   

                  Ein wesentlicher Fakt muss hier noch unbedingt erwähnt werden!

                  Das Trinken!

                  Warum ist das Trinken denn so wichtig?

                  Unser Trinkverhalten hat einen starken Einfluss u.a. auf unsere Darmtätigkeit und somit auf unser Wohlbefinden!

                  Was trinken und wie viel denn nun unsere Pädagogen?

                  In einer Umfrage mit Kita-Leitungen von Januar 2023-August 2023 wurden 150 Kitaleitungen befragt.

                  Wie viel trinken Sie?

                  • Antwort von 142 Leitungen: „Ich weiß, zu wenig!“
                  • Antwort von 8 Leitungen: „2-3 Liter Wasser.“

                  Was trinken Sie?

                  • Antwort von 125 Leitungen: „Tee und Wasser – aber mit Sprudel“
                  • Antwort von 11 Leitungen: „Kaffee“
                  • Antwort von 14 Leitungen: „Wasser-Still“

                  Wie sieht es bei Ihnen aus?

                  Sind Sie erstaunt?

                  Sie meinen das Trinken ist nicht so wichtig? Doch, das ist es! Aber warum trinken Pädagogen nun zu wenig?

                  Standartantwort:

                  • Da muss ich ständig zur Toilette!
                  • Ich kann die Kinder nicht alleine lassen! Ich bin allein. usw. …

                  Warum ist das Trinken von stillem Wasser nun so entscheidend für unser Wohlbefinden?

                   

                  Das Trinken von stillem Wasser ist wichtig für unseren Körper aus mehreren Gründen:

                  Unser Körper besteht zu ca. 70% aus Wasser!

                  1. Hydration: Wasser ist lebenswichtig für den Körper, denn es ist an lebenswichtigen Prozessen beteiligt.
                  2.  Temperaturregulierung: Wasser reguliert die Körpertemperatur!
                  3. Verdauung: Wasser ist unerlässlich für die Verdauung von Nahrung und den Abtransport von Abfallprodukten.
                  4. Ausscheidung von Abfallstoffen: Bei der Filterung von Abfallstoffen und Giftstoffen aus dem Blut unterstützt das Wasser die Nieren!
                  5. Gesunde Haut: Eine ausreichende Hydration trägt dazu bei, die Haut gesund zu halten, diese zu schützen und sie vor Austrocknung und vorzeitiger Alterung zu bewahren.
                  6. Konzentration und Energie: Zu wenig Wasser führt oft zu Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit, denn Wasser hält den Geist fit und kann die Energie fördern.
                  7. Gewichtskontrolle: Wasser erhöht das Sättigungsgefühl und trägt dazu bei, nicht übermäßig zu essen, was oft bei der Gewichtskontrolle hilft. Deshalb ist es sehr wichtig, ausreichend Wasser zu trinken, um u. a. auch den Flüssigkeitsverlust durch Atmen, Schwitzen und Ausscheidung auszugleichen. Stilles Wasser eignet sich sehr gut, da es keine zusätzlichen Kalorien oder Zucker enthält und den Darm nicht belasten.

                  Empfehlung: Etwa 2-3 Liter Wasser pro Tag zu trinken – abhängig von Belastung Außentemperatur und Bewegung.

                  Durch gezielte und bewusste Ernährung können wir unsere Lebensqualität steigern. Damit schaffen wir motivierte und engagierte Pädagogen die mit viel Energie, Spaß und Begeisterung den Kindern unvergessliche Momente in den Einrichtungen schaffen.

                   

                  Fazit:

                  Es zeigt sich, dass die Ernährung einen großen Einfluss auf die Gesundheit und die Vitalität der Pädagogen hat.

                  1. Eine gute körperliche Verfassung ermöglicht es ihnen, direkt den physischen Anforderungen des Berufs gerecht zu werden.
                  2. Auch besitzen sie dann die Fähigkeit, mit stressigen Situationen und emotionalen Herausforderungen umzugehen, wenn sie selbst ausgeglichen und ausgeruht sind.
                  3. Gesunde Erzieher*innen können oft einfühlsamer sein und mehr Geduld im Umgang mit Kindern zeigen.

                  Das fördert eine gute Kommunikation zu den Kollegen und anderen Mitarbeiterinnen, zu den Eltern und schafft positive Beziehungen. So sind sie flexibel und können sich gut den Anforderungen im Alltag anpassen. Letztendlich genießen Sie die Freude an ihrer Arbeit!

                  Gesunde Erzieher*innen sind durch ihre Begeisterung ist ein wesentlicher Faktor, um den Kindern eine gute positive Umgebung zu schaffen und somit deren Entwicklung und Wachstum optimal zu fördern.

                  Ich freue mich Ihnen weitere wertvolle Informationen und Anregungen geben zu können, praxisnah und leicht umzusetzen, damit Sie und Ihre Pädagogen gesund und vital gute Bildungsarbeit leisten können!

                  Bitte bleiben Sie gesund für Ihr Leben und motiviert für Ihre wertvolle Tätigkeit!

                  Ihre Bildungsexpertin

                  Angela Korytko

                  Literatur:

                  Batmanghelidj, F. (2016). Sie sind nicht krank, sie sind durstig: Heilung von innen mit Wasser und Salz. VAK.

                  Burgerstein, U. P. (2014). Wassertrinken wirkt Wunder: Erfolgsberichte von chronisch Kranken. VAK

                  Burgerstein, U. P. (2018). Handbuch Nährstoffe: Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung. Trias.

                  Enders, G (2017). Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ. Ullstein.

                  Koch, Dr. med. M. (2020). Unser erstaunliches Immunsystem: Wie es uns schützt, wie es uns heilt – und wie wir es jeden Tag stärken können. dtv.

                  Hilfreiche Links:

                  Autorengruppe Fachkräftebarometer (2021): Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2021

                  IKK Südwest (03/2023): Erziehungsberufe seit Jahresbeginn am häufigsten krank

                  KiTa Fachtexte (2015): Gesundheitsförderung für pädagogische Fachkräfte

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