Mehr Ordnung am Arbeitsplatz

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Ordnung: Tipps für sortiertes Unterrichtsmaterial und deinen schönsten Schreibtisch

Als ich diese Zahl las, bin selbst ich als Ordnungsberaterin und Aufräumcoach nach hinten umgekippt. Jede:r Arbeitnehmer:in benötigt im Schnitt zusammen gerechnet fünf Arbeitstage im Jahr, um Dinge am Arbeitsplatz zu suchen (und ganz wahrscheinlich nicht zu finden). Fünf. Lange. Tage.

Was könnten wir in dieser Zeit stattdessen tun? Wir könnten ein neues Projekt in der Schule vorantreiben, eine tolle Weiterbildung machen oder einfach Urlaub haben. Wir könnten ein lang vor uns hergeschobenes Problem lösen oder endlich das neue Unterrichtsmaterial ausprobieren, das schon so lange vor sich hingammelt… In diesem Artikel erfährst du, was Unordnung am Arbeitsplatz mit dir macht und wie du dein Chaos in den Griff bekommst.

Warum ist Ordnung am Arbeitsplatz wichtig?

„Was? Ordnung? Bei mir soll’s ja nicht aussehen wie in einem Museum.“ Diesen Satz hast du dir vielleicht schon mal selbst gesagt.

Nee, soll es ja auch nicht wie in einem Museum, sagt ja keiner, aber eine sortierte Umgebung bringt super viele Vorteile:

1. Du hast endlich mehr Zeit

Spar dir doch einfach die fünf Tage im Jahr! Du musst nichts mehr suchen und kannst mit verbundenen Augen nachts um 3 Uhr die Arbeitsblätter aller Fächer für deine Schüler:innen finden ; ).

  •          Wofür würdest du die neugewonnene Zeit investieren? Für dich? Für deine Familie?
  •          Für eine hochwertige Weiterbildung?

2. Du sparst immens viel Geld

Hand auf’s Herz: Wie häufig hast du schon Bücher für die Schule und diverse Unterrichtsmaterialien neu gekauft, weil du sie bei dir nicht mehr gefunden hast? Wenn du weißt, wo sich welche Unterrichtsmaterialien befinden, weißt du automatisch, was du alles besitzt. So hast du keine Fehlkäufe mehr und sparst bares Geld.

3. Du arbeitest fokussierter – und kreativer

Hast du schon mal von Mikrostressoren gehört? Das sind die kleinen unerledigten Dinge, die uns stressen – z. B. das Fachbuch, das noch bestellt werden muss, die kurze Absprache mit der Kollegin, der zu korrigierende Stapel Diktate oder der übervolle Schreibtisch samt vollgepackter Schubladen. Jedes To-Do kannst du an sich total gut bewältigen. Allerdings: Werden diese Mikrostressoren zu viel und nehmen sie überhand, fühlst du dich gelähmt. Und machst gar nichts.

Wenn all diese Dinge erledigt sind und du für dich tolle Routinen gefunden hast, arbeitest du wesentlich konzentrierter und mit mehr Freude.

Das bedeutet: Du hast mehr Energie und dein Kopf ist frei. Und wenn dein Kopf frei und im „Ruhestandsnetzwerk“ ist, dann ploppen schöne neue Ideen auf. Das kennst du, wenn du einfach am Meer spazieren gehst, in die Ferne schaust, ohne Handy wohlgemerkt, und dir auf einmal eine Lösung für ein Problem oder eine neue Unterrichtsidee einfällt.

Wie bekommt man Ordnung am Arbeitsplatz? Wie sortiert man denn nun das ganze Unterrichtsmaterial?

So gehst du vor:

Schritt 1: Wie sieht deine ideale Arbeitswelt aus?

Nimm dir einen leeres Blatt Papier und einen Stift und lass deine Gedanken schweifen: Wie möchtest du am liebsten arbeiten, wenn Zeit, Geld und Anerkennung keine Rolle spielten? Wieviele Stunden willst du am liebsten unterrichten oder an welchen Tagen willst du arbeiten? Welche Aufgaben und Tätigkeiten würdest du gern ausschließlich tun? Wie willst du dich während der Arbeit fühlen? Und wie soll dein Arbeitszimmer aussehen? Freie Flächen? Weniger Ballast?

Notiere alles, ohne zu bewerten. Hänge dir deine Notizen zur idealen Arbeitswelt sichtbar auf, sodass du sie immer im Blick hast. Das motiviert und bringt dein Gehirn auf Trab.

Schritt 2: Jetzt geht’s ans Aufräumen.

Wenn du wirklich nachhaltige Ergebnisse haben möchtest, dann räum nach Kategorien auf, nicht nach Orten! Diese Methode hat Marie Kondo entwickelt und ich weiß, dass sie wahnsinnig gut funktioniert.

Im Arbeitskontext sind das i.d.R. die Kategorien BücherPapiere (z. B. „Bürokratisches“, Arbeitsblätter, Notizen), Kleinkram (z. B. Spiele, sonstige Materialien für deinen Unterricht oder deine pädagogische Tätigkeit, Büroartikel). Gehe auch in genau dieser Reihenfolge durch.

Hierzu suchst du bspw. ALLE (wirklich alle!) Bücher, die du für die Arbeit brauchst, zusammen und packst sie auf einen Haufen. Du gehst nun jeden Gegenstand durch nach den folgenden drei Fragen:

         →  Macht der Gegenstand mir Freude?

         →  Ist er im Moment wirklich wichtig für meine Arbeit?

         →  Ist er für die Zukunft wirklich wichtig für meine Arbeit?

Wenn du auf alle drei NEIN antwortest, dann kommt der Gegenstand weg. Wenn du auch nur eine Frage Ja beantworten kannst, dann bleibt der Gegenstand. Achte bei den „bürokratischen“ Papieren auf die gängigen Aufbewahrungsfristen!

Sei mal ehrlich: Wieviel Prozent des gesamten Materials für deine pädagogische Tätigkeit brauchst du wirklich?

Wir nutzen gerade mal 20 – 30 % unserer Arbeitsmaterialien.

Und wir bewahren einfach zu viele Arbeitsmaterialien auf für „Dieses und jenes Material/Buch ist gut für den Fall, wenn…“. Häufig kommt dieser Moment aber nie.

Ich bin mir sicher, dass du auch mit weniger Materialien eine hervorragende pädagogische Arbeit leisten kannst.

Denk mal an kleine Kinder, die in der Lage sind, mit an und für sich normalen Gebrauchsgegenständen zu spielen und daran Spaß zu haben. Sie brauchen nicht zwangsweise Gegenstände, die offiziell als Spielzeug deklariert sind, damit sie in der Lage sind zu spielen. Genauso benötigst du auch nicht für jeden Fall und für jede kleine Situation gesondertes Material. Weniger ist mehr. Wenn Bücher und Materialien ungenutzt in der Ecke liegen, bringen sie niemanden weiter und belasten dich unterbewusst

Meine wichtigsten Ordnungstipps

Du hast nun wunderbar aussortiert, aber wohin kommt nun das, was bleibt? Du machst dir bestimmt vorher schon totale Gedanken, welches super-duper Ordnungssystem zu willst und wie du was einsortierst. Wichtig ist: Du hast alles Überflüssige aussortiert. Vor dir ist das, was du weiterhin brauchst und gerne nutzt. Erst wenn dieser Aussortier-Schritt erledigt ist, kann dein Gehirn Ideen entwickeln, wohin du was sortierst und ob du dir überhaupt ein neues Ordnungssystem anschaffen musst. Manchmal ist das gar nicht nötig. Beachte erstmal folgende Regeln:

  1. Alles, was bleibt, bekommt einen festen Ort,

… sodass dein Gehirn mit jedem einzelnen Gegenstand einen festes Zuhause verknüpft. So geht das tagtägliche Aufräumen super schnell.

  1. Sortiere Gleiches zu Gleichem

Wenn möglich, sortiere alles aus den o. g. (Unter-)Kategorien jeweils an EINEN ORT – also alle Bücher in EINE Regalreihe, alle Papiere und Arbeitsblätter zusammen, alle Spiele und Büroartikel jeweils an EINEN Ort. Das entlastet deinen Geist und lässt dich fokussiert arbeiten.

  1. Routinen, Routinen, Routinen.

Deine neue Ordnung bleibt erhalten, wenn du dir Gewohnheiten überlegst: Am besten du stellst dir einmal am Tag den Timer auf sieben Minuten und räumst konzentriert alles im Arbeitsbereich wieder an seinen Platz. Das bietet sich nach getaner Arbeit an und ist ein tolles Ritual, um die Arbeitsphase abzuschließen.

Ich wünsche dir viel Freude bei dem Sortieren deines Materials und deiner Fachbücher. Denk immer daran, dass Aufräumen und Ordnung auch Spaß machen dürfen und es lohnt sich in jedem Fall. : )

Deine Bildungsexpertin

Hannah Cesarz

Literatur:

Marie Kondo (2021): Joy at work, Bluebird; Main Market Edition

Wohin mit den aussortierten Sachen?

Liste von öffentlichen Bücherschränken

Spenden von entwerteten Briefmarken und Postkarten

Spenden von alten Brillen

Spenden von alten Handys und Druckerpatronen

Und zum Verkaufen eignen sich:

momox / rebuy / kleinanzeigen

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