Kinder mit Hochsensibilität und / oder Hochbegabung

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Im Kindergarten und in der Schule

Vom ersten bis zum letzten Atemzug.

Beides, Hochsensibilität sowie Hochbegabung sind angeboren. Wobei sich hochsensibles Verhalten auch später durch Trauma zeigen kann. Einzig der Körper, welcher bei angeborener Hochsensibilität auch hochsensibel reagiert, bleibt beim Trauma normalsensibel.

Hochsensibilität und Hochbegabung in Zahlen

Ich gehe sogar so weit zu sagen, Hochsensibilität und Hochbegabung sind nicht einfach nur Facetten oder Eigenschaften, wie introvertiert oder extrovertiert. Es sind die Basispersönlichkeitsstrukturen, die festlegen, wie sie als Kind und später als Erwachsene die Welt wahrnehmen, darauf reagieren und in ihr handeln.

Für die Hochsensibilität gilt: 15-20 % der Menschen sind hochsensibel. Gleichverteilt zwischen biologisch als Jungs und Mädchen gelesene Kinder.

⅕ bedeutet jede 5. bis 6. Person. Bei 20 Kindern in einer Gruppe sind es 3 bis 4 Kinder. Eventuell inklusive des hochbegabten Kindes oder diese kommen noch obendrauf.

1 von 44 Kindern ist statistisch normalverteilt mit einer Hochbegabung auf die Welt gekommen. Von den verbleibenden 43 Kindern sind statistisch 15 – 20 % also 6 bis 8 Kinder überdurchschnittlich intelligent (IQ 115 – 129). Die Mehrheit der Kinder, 35 bis 36, befindet sich im Bereich der Norm (IQ +86 – 114). Gleiches gilt für die Fachkräfte in Kita und Schule.

Das eine Kind im Bereich IQ < 85 wird sehr wahrscheinlich erst mit zunehmender Inklusion auch im Kindergarten oder der KiTa anzutreffen sein. Aktuell werden Sie noch in Fördereinrichtungen abgeschoben. Was auch in der Vergangenheit hochbegabten und dadurch missverstandenen Kindern passiert ist.

Es ist unumgänglich, dass Kinder mit einem IQ ab 120 auf viel mehr Menschen treffen, die im IQ-Bereich um die 100 liegen. Verständlich, dass sie die Wahrnehmung eines Menschen ab IQ+120 nicht nachempfinden und selbst erleben können.

Woher soll ein Kind wissen, dass es eine Hochbegabung hat oder hochsensibel ist?

Doch schon ein kognitiv weiterentwickeltes Kind hat mit 3 die Sprengkraft, den gesamten Einrichtungsalltag und -ablauf auf den Kopf zu stellen, wenn es mit seinen Bedürfnissen nicht verstanden und ernst genommen wird. Partizipation klingt nicht nur wie ein Wundermittel, es ist es auch.

Hier hilft einzig Wissensvermittlung über die Merkmale und Verhalten, die im Zusammenhang mit der Hochbegabung stehen.

Und auch den Kindern hilft es, sich selbst besser zu erkennen, ihre Fähigkeiten und damit verbundenen Herausforderungen zu verstehen und realistisch einordnen zu können. Je früher ein gesundes Selbstverständnis entstehen kann, desto weniger seelische Belastungen entstehen. Und umso stabiler wird ihre Psyche.

Ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse können sich wertschätzend entfalten und Hochbegabung wird nicht mehr als komisch, anders, schräg oder arrogant in der Umgebung wahrgenommen, sondern kann positiv integriert werden. Im Umfeld sowie auch in der Identität des Kindes mit Hochbegabung.

Auch Hochsensibilität wird dann nicht als Negativ und als emotionale Labilität in der Eigen- wie auch in der Fremdwahrnehmung erlebt. Doch wie erkennen Sie hochsensible und auch hochbegabte Kinder, sowie jene, bei denen beides zutrifft? Denn das Kind kann Ihnen nicht sagen, dass es damit ausgestattet ist

Es spürt lediglich, dass es “irgendwie anders” ist. Manche sagen sogar, sie fühlen sich als “Alien” und “nicht von dieser Welt”. Ihre Un-Passung ist sehr stark erlebt und geprägt worden.

Schauen wir deshalb auf einige Erkennungsmerkmale, damit verbundene Herausforderungen und dahinter liegende Bedürfnisse hochsensibler und hochbegabter Kinder. Nicht alle Merkmale, Herausforderungen und Bedürfnisse treffen auf alle Kinder mit dieser Basispersönlichkeitsstruktur zu.

Hochsensibilität und Hochbegabung erkennen

 Merkmale eines hochsensiblen Kindes

      • Erschrickt leicht

      • Ist sehr schmerzempfindlich

      • Ist lärmempfindlich

      • Hat eine empfindliche Haut, verträgt keine kratzenden Stoffe, keine Nähte in Socken oder Etiketten in T-Shirts

      • Findet nasse oder schmutzige Kleidung unangenehm

      • Ist geruchsempfindlich, sogar bei sehr schwachen Gerüchen

      • Mag keine großen Überraschungen

      • Kommt schlecht mit großen Veränderungen klar, z.B. wechselnde Erzieherinnen oder Lehrkräfte

      • Profitiert beim Lernen eher durch sanfte Belehrung als strenge Zurechtweisung

      • Erzielt die besten Leistungen, wenn keine Fremden dabei sind

      • Scheint Gedanken lesen zu können

      • Hat einen für sein / ihr Alter ungewöhnlich gehobenen Wortschatz

      • Stellt viele Fragen

      • Stellt tiefgründige Fragen, die nachdenklich stimmen

      • Denkt über mögliche Gefahren nach, bevor es ein Risiko eingeht

      • Registriert Details (z. B. Veränderungen in der Einrichtung oder im Erscheinungsbild eines Menschen)

      • Hat einen klugen Sinn für Humor

      • Scheint einfühlsam zu sein

      • Spürt die Erwartung an es, oder dass es eine Rolle übernehmen muss (bei alleinerziehenden Eltern, wenn Eltern nicht dazu in der Lage sind, oder sie meinen, dass die Eltern / ein Elternteil ihren Anforderungen nicht nachkommen) z. B. erziehen sie Geschwister mit.

      • Kann nach einem aufregenden Tag schlecht einschlafen

      • Ist ein Perfektionist, Perfektionistin

      • Bemerkt, wenn andere unglücklich sind

      • Nimmt Stimmungen im Raum wahr und bezieht sie auf sich, wenn es sich noch nicht davon abgrenzen kann

      • Bevorzugt leise Spiele

      • Hat ein intensives Gefühlsleben

      • Hat eine rege Fantasie

      • Vormachen und dann selbst ausprobieren

    Merkmale eines hochbegabten Kindes

    Bereits im Kindergarten:

        • Hat einen sehr großen Wortschatz

        • Ist den Gleichaltrigen Kindern kognitiv schon 2 – 3 Jahre voraus

        • Versteht sehr schnell Ursache-Wirkung oder grundlegende Prinzipien und Zusammenhänge und Sie fragen sich, woher es das hat?

        • Hat schon ab dem dritten Lebensjahr Interesse an Buchstaben und Zahlen gezeigt und sich diese selbst beigebracht

        • Versteht schon, wie es bis 10 und darüber hinaus rechnen kann. Der Sprung zum 100er und 100er-Zahlenraum ist schnell genommen.

        • Beschäftigt sich mit eher ungewöhnlichen Themen oder interessiert sich für altersuntypische Gebiete, die oft für ein späteres Alter (+2-/3 Jahre) typisch sind

        • Kann besonders gut Dinge einordnen, kategorisieren und abstrahieren

        • Liebt schwierige Rätsel und Aufgaben

        • Liest schon vor der Grundschule. Hat sich die Buchstaben selbst beigebracht

        • Liest Wörter, die auf dem Kopf stehen

        • Interessiert sich auffallend für Erwachsenenthemen

        • Ist sehr selbstkritisch und nicht mit sich selbst zufrieden

        • Kann sein eigenes Denken und Wahrnehmen beobachten und bewusst sein Denken steuern

        • Denken sehr umfassend, schnell und vielschichtig

        • Geht bei Aufgaben besonders zielgerichtet vor

        • Hat eine detaillierte Beobachtungsgabe

        • Ist sehr kreativ und fantasievoll

        • Hatte oder hat vielleicht einen imaginären Freund oder unsichtbaren Begleiter

        • Denkt auffallend kritisch, unabhängig, wertend

        • Hat hohe moralische und ethische Sichtweisen und Ansprüche an andere Menschen (besonders bei Ehrlichkeit und Integrität – tut jemand, was er oder sie sagt und handelt aus dem Herzen heraus)

        • Hat Schwierigkeiten, sich mit Gleichaltrigen zu befreunden. Hat lieber ältere Freunde (vor allem in Kita und Grundschule?)

        • Hat Schwierigkeiten, sich in eine Gruppe Gleichaltriger zu integrieren? Vielleicht weil es als “Besserwisser” gesehen wird?

        • Hat ein sehr großes oder sehr geringes Selbstvertrauen

        • Einschulung mit 5 Jahren ist eine Option

      In der Schule:

          • Wirkt in der Schule sehr verträumt, bekommt aber überraschenderweise trotzdem einiges vom Unterricht mit.

          • Arbeitet aufgabenorientiert und hat von sich aus eine hohe Leistungsmotivation

          • Zeigt große Eigenverantwortlichkeit

          • Hat hohe Leistungsziele und strebt danach, (selbst) gestellte Aufgaben mit einem Minimum an Anleitung und Hilfe durch Erwachsene zu lösen.

          • Lehnt einfache Aufgaben ab. Ihre Wiederholung als Übung erst recht.

          • Hat deshalb wenig Routine in Standardaufgaben.

          • Ist besonders flexibel bei der Suche nach Lösungen und kann Strategien oder Lösungsansätze zugunsten besserer Ideen sogar verwerfen.

          • Ist in der Schule Träumer, Träumerin oder Klassenclown oder Rebell, Rebellin.

          • Verweigert, Proben und Schulaufgaben mitzuschreiben, wenn es nicht alles 100% beantworten kann.

          • Kommt zunehmend genervt und wütend aus der Schule.

          • Ist schnell mit Aufgaben fertig, bekommt weitere gleiche Aufgaben. Daraufhin wird es wieder langsamer.

          • Eltern berichten, dass ihr Kind frustriert in die Schule geht. Fühlt sich für das Kind an wie “Zeit abzusitzen”.

          • Wird immer stiller und zieht sich vom Unterricht und den Klassenkameraden zurück (oft ein Signal bei hochbegabten Mädchen).

          • Kinder im Bereich der Norm kennen sich aus mit TV-Serien und Hitparade, Kinder mit Hochbegabung vertiefen sich lieber in Bücher zu Sachthemen, …

          • Das Überspringen in eine höhere Klasse ist eine Option.

        Herausforderungen für hochsensible und hochbegabte Kinder

        Allgemein:

            • Können Unlogisches nicht akzeptieren. 5e mal grade sein lassen, fällt ihnen schwer.

            • Verkomplexsieren ihre Gedanken, wenn sie sie zum ersten Mal aussprechen sollen

            • Können sich nicht entscheiden, wollen bei zwei Optionen beides

            • Vermeintliches Chaos um sie herum beim Spielen

            • Sie tagträumen, deshalb reagieren sie nicht auf Ansprache

            • Im Flow sehr tief in eine Aufgabe abgetaucht, tiefer als andere, längeres auftauchen nötig

            • Nicht verstanden werden, z.B. weil ihr Hirn Synästhesien[1] ermöglicht, oder Fehlerhinweise als Kritik statt als Verbesserung aufgefasst werden

            •  Zwanghafte Mustersuche, Rätsel lösen wollen

            •  Recht haben müssen, alles besser wissen wollen, nur auf Fehler hinweisen

            •  Ungeduld, weil eine Aufgabe nicht beim ersten Mal so klappt, wie vorgestellt

            •  Perfektionismus

            •  Sehr facettenreich und feingliedrig unterscheiden können, viele Verknüpfungen, Verbindungen sehen, sich darin verzetteln, alles zerdenken und erschöpft sein, was die Umsetzung verhindert

            • Schwierigkeiten bei der sozialen Integration durch Besser-Wisserei, ihre entweder ausgelebte emotionale Intensität oder durch ihre Maske der Emotionslosigkeit, hinter der die emotionale Intensität wegen schlechter Erfahrung verborgen wird.

            • Nicht nachvollziehen können, wieso ihr Hinterfragen und den Dingen auf den Grund gehen, für andere bloßstellend ist. Sie wollen, dass alles ehrlich abläuft und auch manipulatives Tarnen und Täuschen aufdecken. Damit andere Menschen vor Schaden bewahrt bleiben.

            • Bewerten nach ihrer eigenen Skala, die sehr kritisch ist

            • Überhöhte Erwartungen an sich

            • Überhöhte Erwartungen an andere (Überfordern mit ihren Erwartungen die Umwelt und können das nicht erkennen.)

            • Suchen in allem den Sinn. Ohne Sinn können sie nur mit großer Anstrengung und sehr schludrig eine Aufgabe erledigen.

            • Viele Abhängigkeiten erkennen und sich bei der Erledigung oder Umsetzung verzetteln

            • Viele neue Ideen haben und nicht umsetzen

            • Gehen davon aus, dass alles, was ihnen leichtfällt, jedem so leicht fällt, halten ihre Fähigkeiten für selbstverständlich – brauchen Jahre zur Erkenntnis, dass es anderen nicht in den Schoß fällt, Zusammenhänge zu verstehen und auch nicht so intensiv wahrnehmen und schnell und weit denken wie sie.

            • „Du bist doch nicht normal! Was Du immer für Fragen stellst!”, “Du denkst zu kompliziert!” – um diesen Sätzen und versteckten Vorwürfen zu entgehen, passen sie sich an und führen später ein Leben weit entfernt von ihren Möglichkeiten.

            • Mit der Hochsensibilität umgehen zu müssen

          Im Kindergarten:

              • Überstimulation durch Reizüberflutung, Lautstärke der anderen Kinder, viele bunte Bilder und Gegenstände, registrieren die viele Bewegung durch die anderen Kinder. Können all diese Reize nicht so schnell verarbeiten, wie sie sie aufsammeln.

              • Langeweile durch Unterforderung, Spiele und Beschäftigung, die zwar für ihr Lebensalter geeignet sind, aber für ihr kognitives Alter bereits zu langweilig sind.

              • Bei Nicht-Akzeptanz seiner Bedürfnisse verweigert es den Kindergartenbesuch (vordergründig grundlos).

            In der Schule:

                • Routineaufgaben, Hausaufgaben, leichte Aufgaben

                • Geringer Übungsbedarf. Üben und wiederholen müssen, was sie schon verstanden haben, quält sie, verweigern die Aufgaben. Dadurch lernen sie kaum Lernstrategien und Ausdauer.

                • Sie lernen selten den Umgang mit Misserfolgen, weil ihnen im Kindheitsalter (Grundschule) so viel mühelos gelingt – sind daran gewöhnt, so soll es weitergehen. Normal-begabte Kinder wissen: Misserfolg gehört zum Leben dazu und mit Übung und Wiederholung kommt auch nach dem 3. oder 4. Anlauf der Erfolg.

                • Abrutschen in die Minderleistung, zweifeln ständig an sich selbst und an dem, was sie tun und finden es nicht gut genug

                • Klassenraumatmosphäre: laut, grelles Licht, Körpergeruch, wahrnehmen von Stimmungen, unbewusstes Beobachten der Klassenkameraden und -kameradinnen, kratzende Schreibgeräusche, Husten, Schniefen, Naseputzen in der Klasse, schnelles und häufiges wechseln der Klassenräume – lenkt ab, verhindert Konzentration, trägt zur Reizüberflut bei, macht Hochbegabung unsichtbar.

              Bedürfnisse hochsensibler und hochbegabter Kinder

              Allgemein:

                  • Wunsch einfach normal zu sein

                  • Sich nicht erklären zu müssen

                  • Akzeptiert und gemocht werden wollen

                  • Dazugehören

                  • Sich selbst akzeptieren und für richtig und passend empfinden

                  • Selbstwirksamkeit erleben

                  • Stabilen Selbstwert aufbauen

                  • Spiegelungsbedürfnis – bestätigt werden “mit mir passt alles”

                  • Geistiger Hunger

                  • Hohes Energielevel für eine Aufgabe. Darin eintauchen, bis sie beendet ist. Danach viel Zeit zum Erholen. Ein “Mach mal Pause!” und “Teil’s dir doch ein!” ist gut gemeint, zeigt aber, dass das Kind in seiner eigenen Art an Aufgaben heranzugehen und zu bewältigen nicht verstanden wird.

                  • Verstanden fühlen

                  • Im positiven Licht mit seinen Eigenarten und Eigenschaften gesehen fühlen

                  • Mag gehirngerechtes Lernen durch selbst erkunden

                Im Kindergarten:

                    • Ruhezonen und Rückzugsmöglichkeiten

                    • Wollen herausfordernde und stimulierende Aktivitäten

                    • Soziale Interaktion mit gleich-ARTIGEN Kindern, das sind nicht unbedingt gleich-ALTRIGE Kinder

                    • Wollen lieber selbst ausprobieren und erkunden – brauchen ab und an eine Anleitung und jemand der weiterhilft, wenn sie Fragen haben, den Großteil wollen sie allein machen

                    • Wollen selbst bestimmen, was sie spielen (altersuntypische Spiele)

                    • Wollen für ihre unkonventionellen Lösungswege gelobt werden

                  In der Schule:

                      • Empfinden es als Zumutung, so viele Jahre in der Schule verbringen zu müssen, sie wären viel schneller fertig

                      • Wollen lieber selber ausprobieren – gehirngerechtes Lernen durch selbst erkunden

                      • Ausgeprägte Abneigung vor Auswendiglernen und dem Eintrichtern vorgefertigten Lernstoffs (Bulimie-Lernen)

                      • Wollen Anerkennung und Lob für eigene, unkonventionelle Lösungen bei der Bearbeitung von vorgegebenen Aufgaben erhalten

                      • Rechnen Aufgaben im Kopf und schreiben nur das Ergebnis hin. Berechtigter Einwand der Lehrkraft: “Könnte ja vom Nachbarn abgeschrieben sein.” Erhalten deshalb keine Punkte für den Lösungsweg, was ihre Note verschlechtert. Wollen Anerkennung ihrer effizienten Wege und zeigen damit auch, wie gut ihr Gedächtnis ist.

                      • Brauchen Zeit zum Nachdenken, bevor sie antworten und bei Bedarf Hilfestellung, um ihre vielen Argumente im Kopf strukturieren zu können und zu priorisieren, welche und wie viele sie davon aussprechen.

                    Die weiteren Einflüsse auf Kinder mit Hochsensibilität und Hochbegabung

                    Viel zu oft wird Hochbegabung noch auf den reinen IQ-Wert reduziert. Die unterschiedlichen weiteren Einflüsse neben den persönlichen Bedürfnissen und den typischen Merkmalen sowie ihren Herausforderungen werden noch viel zu selten hinzugezogen. Diese sind:

                        • Wohngebiet,

                        • Herkunft,

                        • Höhe des familiären Einkommens,

                        • religiöse und gesellschaftliche Kultur,

                        • Patriarchat oder Matriarchat zu Hause,

                        • biologisch erkennbares Geschlecht und seine Stellung zu Hause,

                        • die eigenen Interessen,

                        • Charakter und

                        • Interessen, die Unterstützung oder keine Unterstützung finden

                        • Die Folge: Individualität bekommt nicht den Raum, den es braucht.

                      Selbstwert, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entstehen durch Verständnis, positive Akzeptanz, liebevoll lenkenden Einfluss und öffnen den Raum, sich selbstwirksam zu erleben.

                      Ich wünsche Ihnen, dass hochsensible und hochbegabte Kinder in Ihnen die Vorbild- und Bezugsperson haben, die ihnen mit Verständnis begegnet und durch Partizipation und Mitbestimmung ermöglicht, dass ihnen Flügel wachsen, sie ihr Potenzial und ihre Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen können, damit sie zu einer noch besseren, menschlichen Welt beitragen. 

                      Ihre Bildungsexpertin

                      Heike Fischer

                      Hinweise:

                      Co-Autorin: Bildungsexperten (Hrsg.) (2024): Wie Partizipation in Bildungseinrichtungen gelingen kann: Partizipatives Arbeiten in Kita und Schule.

                      [1] Es gibt über 150 verschiedene Arten, wie sich Synästhesien zeigen können. Sie entstehen, wenn das Hirn dazu in der Lage ist, zwei Sinnesreizen miteinander zu kombinieren, um daraus etwas neues entstehen zu lassen, z. B. schmecken verschiedener Geschmacksrichtungen und farbige Formen wie Kreise oder Spiralen entstehen, farbige Zahlen oder Buchstaben sehen, Töne in Farben sehen, Klänge die riechen, …

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