Das brauchen Kinder wirklich, um später glücklich und erfolgreich zu sein
In Zeiten von der Zunahme von künstlicher Intelligenz und Robotern fragen sich immer mehr Eltern, Lehrkräfte und Pädagogen:
Was können wir den Kindern noch mitgeben, was auch nach Jahrzehnten noch von Bedeutung ist? Meine Antwort: eine starke Identität!
Eine starke Identität zeichnet sich durch ein hohes Maß an Selbstreflexion, klare Werte und Authentizität aus. Sie gibt ihnen die innere Stärke, authentisch aufzutreten und Grenzen zu setzen, ohne den Respekt vor anderen zu verlieren. Tragende Säulen sind hierbei Körper und Gesundheit, soziale Beziehungen, Arbeit und Leistungsfähigkeit, materielle Sicherheit, Werte und Ideale.
Wie kann man nun eine starke Identität fördern?
1.Kooperation statt Konkurrenz:
Kooperation fördert langfristigen gesellschaftlichen Fortschritt, Innovation und soziale Stabilität. Im Gegensatz zur kurzfristigen Effizienz von Konkurrenz bündelt Zusammenarbeit Ressourcen und ermöglicht es, komplexe Herausforderungen effizienter zu bewältigen. Kinder, die von klein auf lernen, das große Ganze zu sehen, statt die Ellenbogen auszufahren, sind langfristig erfolgreicher und glücklicher. Erfolg kommt in Teamdynamiken. In einer stark vernetzten Welt lassen sich Probleme selten im Alleingang lösen. Starke Netzwerke sind die Basis für nachhaltige Erfolge.
2. Growth Mindset statt Fixed Mindset:
Ein Growth Mindset (dynamisches Selbstbild) bei Kindern führt dazu, dass sie Herausforderungen annehmen und Fehler als Lernchancen sehen, während ein Fixed Mindset (statisches Selbstbild) zu Versagensangst und schnellem Aufgeben führt. Die Psychologin Carol Dweck fand heraus, dass die Reaktion der Erwachsenen auf Erfolg und Misserfolg maßgeblich bestimmt, welche Denkweise ein Kind entwickelt.
Der Fokus bei der Förderung der Kinder liegt hierbei auf dem Prozess, nicht dem Endergebnis. Zudem zeigt man ihnen, dass das Gehirn wie ein Muskel ist, der sich trainieren lässt. Am Wichtigsten ist die Zauberformel „Noch nicht“ – das bedeutet, dass die Kinder etwas noch nicht können, aber Lernen und Wachstum möglich sind.
3.Positives Framing statt Katastrophen-Denken:
Unter Framing (von engl. frame = Rahmen) versteht man die bewusste oder unbewusste Einbettung von Informationen in einen bestimmten Deutungsrahmen. Durch gezielte Wortwahl, Metaphern oder die Auswahl von Perspektiven werden Assoziationen geweckt, die unsere Wahrnehmung und Meinungsbildung in eine bestimmte Richtung lenken. Wer den Rahmen setzt, bestimmt die Realität und das Narrativ. Wenn Kindern beigebracht wird, Herausforderungen und Krisen richtig einzurahmen, gelangen sie seltener in destruktive Gedankenstrudel und sind mehr lösungsorientiert, als alles zu katastrophisieren.
Ich freue mich auf deine Erfahrungen und bin gespannt, wie du diese Tipps in deinem Unterricht oder in der Kita umsetzt.
Deine Debora Fleischmann
Literatur:
Dr. Carol Dweck – Mindset. Changing the way you think to fulil your potential
Podcast „Growth Mindset bei Kindern und Jugendlichen“:
https://youtu.be/3PDQnYU9zfo?is=x3zpgq7rhh1DEu6r
Podcast „7 Säulen der Resilienz: Kinder und Jugendliche stark machen“: